Flow the Collection · 30. Juni 2026
Manche Landschaften verlangen Eile, andere Stillstand. Die Heide rund um Odoorn gehört zur zweiten Art. Sie brechen früh auf, wenn der Tau noch an den Sträuchern hängt, und gehen geradewegs in den Wald hinein — kein Tor, keine Kasse, oft kein Mensch. Der Wald riecht nach Kiefern und warmer Erde, und in der Ferne ist nur Wind zu hören. Der schönste Moment kommt später im Sommer, wenn das stumpfe Braun der Heide in Violett umschlägt.
Ein Wald von achtzehnhundert Hektar
Die Boswachterij Odoorn ist größer, als man denkt: rund achtzehnhundert Hektar Wald und Heide, verwaltet von Staatsbosbeheer, der niederländischen Forstverwaltung. Eiche, Waldkiefer und Birke wechseln sich ab mit offenen Heideflächen und Stellen losen Flugsands, durchzogen von breiten, sandigen Wegen, die sich wie von selbst gehen lassen. Es ist eine Landschaft der Übergänge — vom dunklen Wald zur weiten Fläche und wieder zurück — und gerade diese Abwechslung macht jede Runde anders. An einem Wochentagmorgen teilen Sie sie mit einem Specht, einem Bussard und vielleicht einem einzigen anderen Wanderer.
Die Wochen, in denen die Heide violett wird
Heidekraut blüht nur kurz, und genau das macht es besonders. Von Mitte August bis Anfang September färben sich die Flächen tiefviolett — ein Schleier, der niedrig über dem Boden hängt und von Bienen summt. Wer es am schönsten sehen will, muss in diesen Wochen da sein; im September verblasst die Farbe bereits. Schafe halten die Heide offen, denn ohne Beweidung würde der Wald das Gelände langsam zurückerobern. Gehen Sie früh, wenn das Licht noch flach über die Kuppen streicht: dann ist die Farbe am tiefsten und das Gelände am stillsten.
Boden, der die Zeit festhält
Die Heide liegt auf dem Hondsrug, dem Sandrücken, der hier seit der Eiszeit ruht und die älteste Vergangenheit Drenthes bewahrt: Findlinge aus Skandinavien, Hünengräber, jahrhundertealte Felder. Wenn Sie wissen möchten, wie genau diese Landschaft entstand, lesen Sie die Geschichte des Hondsrug. Auf der Heide selbst brauchen Sie keine Jahreszahlen — Sie spüren von selbst, wie alt und unerschütterlich dieser Boden ist. Vielleicht ist das der eigentliche Grund zu kommen: nicht, um etwas zu sehen, sondern um etwas zu fühlen.
So wandern Sie
Die schönste erste Begegnung ist die Heideschleife durch die Boswachterij Odoorn, eine Runde, die Wald und offene Heide aneinanderreiht und Sie an den schönsten Ausblicken vorbeiführt. Ziehen Sie Schuhe an, die Sand vertragen, nehmen Sie Wasser mit und planen Sie reichlich Zeit ein — nicht, weil es anstrengend ist, sondern weil man hier von selbst langsamer geht. Unterwegs bricht der Sand hier und da durch die Heide, filtert das Licht durch die Kiefern, und vor allem hören Sie Ihre eigenen Schritte.
Übernachten am Rand des Waldes
Das Hotel de Oringer Marke liegt mitten in Odoorn, nur einen Spaziergang vom Wald entfernt: Nach dem Frühstück stehen Sie in wenigen Minuten zwischen den Bäumen. Machen Sie mit dem Arrangement mit Übernachtung und Abendessen ein ganzes Wochenende daraus und kommen Sie nach Ihrer Wanderung an einen gedeckten Tisch nach Hause.





